Sieben Grundregeln für Studium
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Wie Du es schaffst, Dich selbst mit Deinen Zielen in Einklang zu bringen.

Kennst Du das Gefühl von Prüfungsangst, hohen Erwartungen oder Unsicherheit, was Deine Zukunft angeht?

Keine Sorge, damit bist Du nicht allein. Ich behaupte sogar, dass jeder diese Art von Gedanken in seinem Leben phasenweise hat. Besonders bei jungen Menschen beobachte ich immer wieder, dass sie nicht genau wissen, wie sie mit größeren anstehenden Herausforderungen umgehen sollen. Das Studium spielt hier eine besondere Rolle, da sie eine neue Lebensphase einleitet.

Falls Du Dich in dieser Situation befindest, sollen Dir die nachfolgenden Grundregeln für ein erfolgreiches Studium dabei helfen, Deine Studienzeit (und sogar Dein Leben darüber hinaus) zu meistern.

Grundregel #1: Sei positiv und nutze Deine Stärken

Auch wenn Du manchmal vor lauter Lerninhalten und Klausurterminen nicht weißt, wo Dir der Kopf steht, übertreibe es nicht. Sage Ja zu Disziplin, aber Nein zu Dauerstress. Mit einer positiven Einstellung und guten Lernroutinen (siehe Grundregel #2) wirst Du viel eher Deine Aufgaben bewältigen, als wenn Du Dir die Nacht um die Ohren schlägst und bis zur letzten Minute vor der Klausur büffelst (der Klassiker…).

Sei Dir Deiner Stärken bewusst, gehe Herausforderungen mit Mut und Leichtigkeit an und kultiviere positive Glaubenssätze (z.B. “Ich schaffe das, auch wenn es schwierig erscheint!”). Halte es genau so mit Deinen Freunden und Kommilitonen. Das erzeugt eine positive Atmosphäre, die den Zusammenhalt, die Laune und Lernbereitschaft stärkt.

Wenn Du einmal etwas nicht verstehst, denke niemals “ich bin zu dumm dafür”. Versuche unterschiedlich an die Dinge heranzugehen, die Dir Schwierigkeiten bereiten. Tausche Dich mit anderen aus, sprich Deine Dozenten an oder suche nach alternativen Erklärungen im Internet.

Verstehe, dass Intelligenz keine unveränderliche Eigenschaft darstellt. Wie wichtig in diesem Zusammenhang unsere innere Einstellung ist, zeigt eine aktuelle Studie. Kurz gefasst, kommt sie zu dem Ergebnis:

Wenn Du über Dich selbst denkst, Du wirst klüger, wirst Du auch klüger.

Welcher Lerntyp bist Du

In der Lernpsychologie werden verschiedene Lernstile unterschieden. Finde heraus, wie Du am Besten lernst – ob durch Hören, Lesen, die Nutzung von Karteikarten, wiederholtes Aufschreiben oder die Kombination daraus.

Erlaube Dir vor allem, Spass am Lernen zu haben. Der Austausch mit anderen und kleine Belohnungen können das fördern. Gönne Dir zum Beispiel nach einem erfolgreichen Lerntag oder einer Prüfung einen Kinobesuch, ein gutes Essen mit Freunden oder ein sportliches Workout (mein persönlicher Favorit!).

Grundregel #2: Schaffe Dir Freiräume durch eine Lernstrategie, Planung und Routinen

Um in unserem Leben voranzukommen, müssen wir in der Lage sein, unsere Gewohnheiten und Verhaltensweisen immer wieder zu überdenken und wenn nötig anzupassen. Im Studium gehört dazu insbesondere die Entwicklung einer langfristigen Lernstrategie.

Grundsätzlich hast Du zwei Möglichkeiten, Dein Studienpensum zu bewältigen:

  1. Du beschäftigst Dich damit, wenn Deine Zeit es Dir erlaubt, Du es gerade für richtig hältst oder die Sache es unbedingt erfordert.
  2. Du entscheidest Dich dafür, Dich frühzeitig und regelmäßig Deinen Aufgaben zu widmen.

Der erste Herangehensweise ist die automatische, diejenige, welche wir verwenden, wenn wir uns keine Gedanken über unsere Lernstrategie machen.

Die zweite Methode erfordert planerisches Denken und Handeln. Und sie hat einen entscheidenden Vorteil: Durch regelmäßiges Lernen verschaffst Du Dir auf lange Sicht einen sich selbst verstärkenden Wachstumseffekt beim Ausbau Deines Wissens und Deiner Fähigkeiten.

Spontanes und regelmaessiges Lernen
Verstärkter Wachstumseffekt durch regelmäßiges Lernen

Je mehr Du über ein bestimmtes Thema weisst, desto besser und schneller ist Dein Gehirn in der Lage, neues Wissen aufzunehmen.

Die Theorie ist einleuchtend und Dir vielleicht nicht neu.

Die Herausforderung für die zweite Variante besteht tatsächlich darin, Dich bewusst dafür zu entscheiden und mehrere Wochen in diesem Modus durchzuhalten bis Deine Lern- und Wiederholungsphasen zur Routine werden. Es ist wie beim Sport: anfangs ist der innere Schweinehund am schwersten zu überwinden. Die Regelmäßigkeit ist dabei wichtiger als die Intensität.

Der Umgang mit großen Aufgaben

Doch was, wenn ein großes, kniffliges und scheinbar nicht zu bewältigendes Projekt vor Dir liegt? Mit welcher Aufgabe fängst Du sinnvollerweise an?

Je größer eine Herausforderung ist, desto wichtiger ist es, sich im Vorfeld mit der Planung und Strukturierung zu befassen.

Ein einfaches Rezept, wie Du zum Beispiel eine Seminar- oder Studienarbeit über ein komplexes Thema angehen kannst, lautet wie folgt:

  1. Verschaffe Dir zunächst einen Überblick über mögliche Inhalte, z.B. durch Querlesen von Artikeln und Büchern.
  2. Teile dann Deine Arbeit in Kapitel ein und überlege Dir passende Überschriften.
  3. Sammle Stichworte pro Kapitel, die thematisch aufeinander aufbauen und Dir eine Vorlage für die spätere Ausarbeitung liefern.

Planung und Routinen

Im Voraus jeden Tag im Detail zu planen ist oft unmöglich und wird der Dynamik unserer Umwelt nicht gerecht. Konzentriere Dich stattdessen auf die Planung der jeweils kommenden Woche. Auch wenn sich die Dinge einmal ändern, hast Du zumindest eine Struktur, an der Du Dich orientieren und bei Bedarf tageweise umdisponieren kannst.

Du kannst Dir zusätzliche Freiräume schaffen, wenn Du Dir das Ziel setzt, den Nutzen von Vorlesungen und Seminaren voll auszuschöpfen. Statt die Gedanken abschweifen zu lassen und den Anschluss zu verpassen (“das hole ich alles später nach”), beteilige Dich aktiv und mache Dir Notizen. Beschränke Dich dabei auf die wichtigsten Punkte, damit Du der Vorlesung weiter aufmerksam folgen kannst.

Wenn möglich, bereite Dich auf den Unterricht vor. Was viele nicht wissen: es reichen schon ein paar Minuten, um das Lernverständnis deutlich zu erhöhen. Dein Gehirn merkt sich Dinge leichter, die es bereits einmal gesehen hat.

Gewöhne Dir an, Deine Aufgaben, Verpflichtungen und Termine aufzuschreiben – und zwar an einem Ort, z.B. in einer App auf Deinem Smartphone. Das gibt Dir die Sicherheit, nichts zu vergessen. Kümmere Dich regelmäßig (am Besten täglich) um die Abarbeitung. Auch spontane Ideen, Gedanken oder Fragen, die Dich beschäftigen, kannst Du auf diese Weise festhalten. Viele tolle und kostenlose Tools unterstützen Dich dabei, z.B. Google Kalender oder Google Keep.

Grundregel #3: Nutze die Kraft des Flows

Wenn Du alleine lernst, ist es Dein Ziel, den in der Psychologie und Glücksforschung als “Flow” bezeichneten Zustand der völligen Konzentration und Produktivität, zu erreichen. Wir alle kennen ihn, unternehmen aber oft zu wenig, um ihn zu fördern.

Lernen im Flow

Bevor Du mit Deiner Lerneinheit beginnst, stelle sicher, dass Du Dich in einer Umgebung befindest, in der Du Dich auf Deine anstehende Aufgabe fokussieren kannst. Schalte Dein Handy aus, pack es in eine Kiste, verschließe die Kiste und wirf den Schlüssel weg! Im Ernst, so weit musst Du nicht gehen, aber sorge dafür, dass WhatsApp, Facebook und Co. nicht alle zwei Minuten Deine Aufmerksamkeit einfordern. Denn das ist der absolute Konzentrationskiller.

Setze Dir für die anstehende Lern-Session konkrete Ziele. Was genau willst Du heute erreichen und in welchem Zeitrahmen? Was ist Pflicht und was ist Kür? Setze Dir herausfordernde, unbedingt aber erreichbare Ziele.

Sei Dir dessen bewusst, dass wir Menschen nicht über die Fähigkeit zum Multitasking verfügen. D.h. arbeite Deine Aufgaben nacheinander ab – versuche es nicht gleichzeitig.

Hüte Dich davor, Deinem größten Feind, dem sogenannten Studentensyndrom zu unterliegen und den Beginn Deiner Arbeit immer weiter aufzuschieben oder sie unnötig zu unterbrechen (auch bekannt als Prokrastination). Nutze Zeitmanagement-Techniken, um Dir einen entsprechenden Orientierungsrahmen dafür zu geben. Hierzu zählt beispielsweise die Pomodoro-Methode, welche Arbeitseinheiten von 25 Minuten mit definierten kurzen und längeren Pausen vorsieht.

Falls Du dennoch Schwierigkeiten hast, Dich auf Deine Aufgaben zu konzentrieren, hilft Dir vielleicht Grundregel #4 weiter.

Grundregel #4: Sorge für körperlichen und geistigen Ausgleich

Oft wird das Gehirn mit einem Muskel verglichen, weil es geistiges Training erfordert, um besser zu funktionieren. Der Vergleich ist allerdings nicht ganz passend, denn auch durch körperliches Training verbessern sich Deine kognitiven Fähigkeiten! Das gilt für alle Sportarten mit hoher körperlicher Aktivität.

Eine Vielzahl an Untersuchungen belegt den positiven Einfluss von regelmäßigem Sport (d.h. zwei bis drei Mal pro Woche):

  • Konzentrationsfähigkeit: Du bist in der Lage, Gedanken besser zu verfolgen und Ablenkungen zu ignorieren.
  • Gedächtnisleistung: Das Zellwachstum des Hippocampus wird stimuliert, das fördert Deine Lern- und Merkfähigkeit.
  • Kreativität: Schon ein Spaziergang hilft Dir bei der Findung neuer Ideen und Lösungswegen.
  • Stimmung: Die Ausschüttung von Endorphinen steigert das Glücksempfinden.
Unser Körper und Geist lieben Sport.

Nutze diese Effekte für Dich und sorge deshalb dafür, dass Dein Lieblingssport einen festen Platz in Deinem Wochenplan hat, mindestens 2,5 Stunden pro Woche, verteilt auf mehrere Tage.

Wusstest Du, das körperliche und geistige Anspannung zusammenhängen? Wer körperlich vollkommen entspannt ist, empfindet praktisch keinen mentalen Stress oder Nervosität. Die sogenannte progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist beispielsweise eine effektive Übung, um körperliche Anspannung abzubauen und dadurch auch geistig zu entspannen. Probiere es einfach mal aus, zum Beispiel mit dieser geführten Anleitung auf YouTube.

Aber auch einfache Atem- und Meditationsübungen haben erstaunliche Auswirkungen auf Dein Wohlbefinden und helfen sogar gegen akuten Stress. Versuche es zum Beispiel mit der 4-6-8-Methode:

  1. Atme langsam und tief durch die Nase ein während Du auf 4 zählst.
  2. Halte den Atem an und zähle bis 6.
  3. Atme langsam durch den Mund aus und zähle dabei bis 8.
  4. Wiederhole die Schritte 1-3 insgesamt fünf Mal.

Es gibt zahlreiche weitere Maßnahmen, die für Deine körperliche und geistige Ausgeglichenheit sorgen. Hier sind die wichtigsten:

  • Sorge stets für ausreichend Schlaf, damit Dein Gehirn die Möglichkeit hat, das Gelernte zu verarbeiten.
  • Achte auf gesunde, abwechslungsreiche Ernährung und trinke ausreichend Wasser (2 bis 3 Liter pro Tag), um einen Leistungsabfall Deines Gehirns zu verhindern.
  • Ergänze Deinen Sport um entspannende Freizeitaktivitäten wie Yoga, Schach oder Musik.

Grundregel #5: Überwinde Deine Ängste und Blockaden

Hat sich Dir schon einmal eine Chance offenbart, wovon Du Dir heute wünschst, sie ergriffen zu haben? In solchen Situationen haben Dich wahrscheinlich innere Ängste oder Blockaden davon abgehalten, im entscheidenden Moment einen mutigen Schritt nach vorn zu machen.

Formen und Ursachen von Ängsten

Ängste können sehr vielfältig sein und in Form von hinderlichen Denk- und Verhaltensmustern (psychische Blockaden) unser ganzes Leben prägen. Beispiele für solche Ängste sind:

  • Eigenen oder fremden Erwartungen nicht gerecht zu werden.
  • Bei einer wichtigen Aufgabe oder Prüfung zu versagen.
  • Falsche Entscheidungen zu treffen.
  • Sich öffentlich zu präsentieren und zu blamieren.
  • Von anderen als unsympathisch oder inkompetent wahrgenommen und ausgegrenzt zu werden.

Angst ist eigentlich ein evolutionärer Schutzmechanismus, der tief in uns steckt – das Gefahren-Frühwarnsystem unserer Vorfahren. Im modernen Leben mit Studium und Management-Karriere sind unsere Ängste aber meist wenig hilfreich. Es lauert kein Raubtier hinter jeder Ecke und ein Ausschluss aus einer sozialen Gruppe bedeutet nicht unser Ende. Hinzu kommt, dass frühere Erfahrungen, besonders in unserer Kindheit, das prägen, wovor wir uns fürchten, und unser Selbstvertrauen lange Zeit einschränken.

Stärkung des Selbstvertrauens

Folgende Methoden und Tipps helfen Dir, Dein Selbstvertrauen zu stärken und Deine Blockaden zu überwinden:

Überwindung schafft Möglichkeiten.
  • Sammle Deine Erfolgserlebnisse (auch wenn sie klein sind), gedanklich oder in einem “Erfolgstagebuch”. Sei stolz auf Deine Errungenschaften. Überlege, welchen Deiner Stärken Du Deine Erfolge zu verdanken hast. Stelle Dir vor, wie Du sie zukünftig bei neuen Herausforderungen gewinnbringend einsetzen kannst.
  • Reflektiere Dein Handeln täglich (zum Beispiel kurz vor dem Schlafen gehen) und erfahre dadurch fortwährend mehr über Dich selbst. Verurteile Dich dabei nicht, sondern versuche, Deine Glaubenssätze zu identifizieren.
  • Akzeptiere sowohl Erfolg als auch Misserfolg als Teil Deines Lernprozesses. Wenn Du das Gefühl hast, etwas verpatzt zu haben, analysiere die Ursachen dafür und schreibe sie auf. Arbeite an den Punkten, die für den Misserfolg verantwortlich sind und mach es beim nächsten Mal besser (zum Beispiel mehr Zeit für die Klausurvorbereitung einplanen).
  • Sei offen für Entscheidungen, selbst wenn sie mit einer gewissen Unsicherheit verbunden sind (zum Beispiel ein Umzug ins Ausland oder Wechsel des Studiengangs). Betrachte die Möglichkeiten und Chancen, die sich hinter jeder Entscheidung verbergen. Denke daran, dass es für nichts eine Erfolgsgarantie gibt.
  • Falls Du einen Hang zum Perfektionismus hast, hinterfrage ihn. Verinnerliche das Pareto-Prinzip: 80 Prozent einer Aufgabe lassen sich meist mit 20 Prozent des Gesamtaufwandes erreichen.
  • Habe keine Angst, die falschen Fragen zu stellen. Dafür gibt es nämlich keinen Maßstab.
  • Auch wenn Dein erster Impuls Dir sagt “das klappt sowieso nicht”, bewirb Dich um das Stipendium, Praktikum oder Deinen Traumjob. Trau Dich einfach!

Grundregel #6: Erfahre Synergie durch Gemeinschaft und Mentoren

In der Gemeinschaft sind wir stark.

Das gilt nicht nur für Mannschaftssportarten wie Fussball, sondern auch in fast allen anderen Lebenslagen. Soziale Bindungen prägen unsere Persönlichkeit von Geburt an. Trotz digitaler Revolution – oder sogar gerade deshalb – spielt der Austausch mit anderen, die soziale Interaktion, eine wichtige Rolle in Deiner Entwicklung. Sie gibt uns Gelegenheit unsere Gedanken und Ideen zu teilen, Feedback von anderen zu erhalten und unsere soziale Fähigkeiten zu trainieren, was beim Selbststudium nicht möglich ist.

Chancen in einer engagierten Community

Die persönliche Zusammenarbeit mit Kommilitonen, Dozenten oder Mentoren kann erheblich zu Deinem Studienerfolg beitragen. Und nebenbei erhöht es natürlich den Spassfaktor! Nutze deshalb die Möglichkeit im Studium, Dich einer engagierten Community anzuschließen und Dir ein privates und professionelles Netzwerk aufzubauen.

Gruppe junger Menschen
Mehr Freude und Lernerfolg in der Gruppe

Ergreife die Chancen, die sich Dir durch die Arbeit in einer sozialen Gruppe eröffnen:

  1. Bearbeite und löse komplexe Aufgaben gemeinschaftlich. Die damit verbundenen Interaktionen mit den anderen verbessern Deine Problemlösungskompetenz, Team- und Durchsetzungsfähigkeit sowie Kreativität.
  2. Nimm aktiv an Seminaren und Gruppendiskussionen teil und trainiere dadurch Deine verbalen und non-verbalen Kommunikationsfähigkeiten.
  3. Auch wenn es Dich Überwindung kostet: nutze die Gelegenheit, Deine Ideen und Arbeitsergebnisse vor anderen zu präsentieren und konstruktives Feedback zu erhalten. Mit jedem Mal wird es Dir leichter fallen.
  4. Versuche stets offen zu sein für neue Vorschläge und Herangehensweisen – selbst wenn sie ausserhalb Deiner eigenen Ideenwelt liegen und Dir zunächst fremd erscheinen.
  5. Unterstütze andere, in Lerngruppen oder auch als Tutor. Selbst etwas zu erklären und Fragen zu beantworten intensivieren Dein eigenes Verständnis im Themengebiet.

“Wenn man etwas nicht einfach erklären kann, hat man es nicht verstanden.”

Albert Einstein

Mentoring – Vorteile für beide Seiten

Vielleicht hast Du schon einmal erlebt, wie ein Mensch, der sein Fach aussergewöhnlich gut beherrscht und leidenschaftlich davon erzählt, seinen Enthusiasmus und Begeisterung auf andere übertragen kann? So jemand ist der ideale Mentor für Dich.

Was verbirgt sich hinter dem Mentoring? Durch den Aufbau einer persönlichen Beziehung stärkt ein guter Mentor Deine Leistungsmotivation, gibt Dir sein Wissen weiter und regelmäßig Feedback zu Deiner individuellen Entwicklung. Er hilft Dir ausserdem dabei, ein eigenes Netzwerk aufzubauen und Deine Karriereziele schneller zu erreichen. Eine gute Mentor-Mentee-Beziehung sollte längerfristig ausgelegt sein. Erst dann können sich die Vorteile für beide Seiten entfalten.

Halte deshalb Ausschau nach Möglichkeiten einen erfahrenen und engagierten Mentor für Dich zu gewinnen. Stelle Dir vorab folgende Fragen:

  • Warum sollte sie bzw. er ausgerechnet Dich als Mentee betreuen?
  • Welche Interessen hast Du? Hast Du kreative Ideen?
  • Was erwartest Du von ihr bzw. ihm und was kannst Du in die Beziehung mit einbringen (zum Beispiel eine hohe Lernbereitschaft und Motivation)?

Pro-Tipp: Ergreife die Initiative, und biete Dich selbst als Mentor an (beispielsweise für Studienanfänger oder Schüler) und werde zum Vorbild für Deine Mentees.

Grundregel #7: Entfessle Deine innere Motivation

Kennst Du den Unterschied zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation?

Viele unserer Motivationsfaktoren sind von aussen gesteuert. Sie sind auf die Erreichung kurzfristiger Ziele, positiver Reize oder Belohnungen (z.B. Geld) oder auch auf die Vermeidung negativer Konsequenzen ausgelegt. In der Kognitionspsychologie wird dies als extrinsische Motivation bezeichnet.

Im Gegensatz dazu, kommt die intrinsische Motivation aus uns selbst heraus. Wir tun Dinge ohne den Ausblick auf äußere Belohnungen, einfach um der Sache selbst willen und weil sie uns Freude bereiten (zum Beispiel einen Film sehen, ein Buch lesen oder die Teilnahme an einem Vereinssport).

Wann hast Du das letzte Mal etwas getan, weil Dir eine kurzfristige Belohnung in Aussicht gestellt war? Und wann, weil Dir die Sache an sich wirklich Spass gemacht hat?

Nur intrinische Motivation führt langfristig zu Erfolg

Was die Erreichung langfristiger Ziele betrifft, spielt die intrinsische Motivation eine viel bedeutendere Rolle. Kurzfristig können uns externe Belohnungen zwar zu Leistungen anspornen (zum Beispiel auf eine Klausur lernen). Wenn wir aber nur extrinsisch motiviert sind, leidet langfristig die Qualität von dem was wir tun (wir lernen zwar, vergessen aber schnell wieder).

Mache Dein Handeln deshalb unabhängig von Belohnungen und kurzfristigen Anreizen. Löse Dich von Vermeidungsstrategien (“Ich lerne, weil ich einfach keine schlechte Note haben will.”).

Kultiviere stattdessen Denk- und Verhaltensweisen, die Deine intrinsische Motivation stärken:

  • Ziele und Herausforderungen: Verfolge Ziele mit einer für Dich persönlichen Bedeutung, weil sie positive Emotionen in Dir auslösen.
  • Kontrolle: Sei Dir der Verantwortung für Dein eigenes Leben bewusst. Nur Du hast die Kontrolle über Dein Handeln und Dein Denken (denke “ich will” statt “ich muss”). Selbstbestimmtheit ist ein starker intrinsischer Motivationsfaktor.
  • Anerkennung: Wenn Du etwas erreicht hast, teile Deinen Erfolg mit anderen (besser persönlich als über soziale Medien, und ohne dabei anzugeben). Positives soziales Feedback stärkt Deine Motivation, sollte aber nicht der einzige Antrieb sein, sonst ist sie extrinsisch.
  • Neugierde: Begib Dich in Situationen, die Deine Neugierde erwecken und suche nach Inspiration (zum Beispiel ein neues Umfeld oder besuche Events). Das stimuliert Deine kognitive Bereitschaft, Neues zu Lernen.
  • Zusammenarbeit und Wettbewerb: Versuche anderen zu helfen und tritt in Wettbewerb – aber nicht mit ihnen, sondern mit Dir selbst. Das fördert Deine innere Motivation. Suche deshalb nach Möglichkeiten, Dich selbst immer wieder herauszufordern. Bevorzuge Lerngruppen mit kooperativen Mitgliedern.

Warum das Warum so wichtig ist.

Viele junge Menschen konzentrieren sich entweder auf die Frage was sie tun sollen oder wie sie etwas tun sollen.

Dabei ist das Warum, den Grund für unser Handeln und unsere vermeintlichen Ziele zu kennen, wichtiger als das Was und Wie. Stelle deshalb zuerst die Frage nach dem Warum, dann erst, welche Dinge und auf welche Weise sie anzugehen sind. Warum möchtest Du eigentlich studieren? Warum möchtest Du Karriere machen?

Diese Fragestellung führt Dich zu einem tieferen, reflektierterem Denken und aktiviert Deine Emotionen. Sie hilft Dir dabei, zu Deinen Glaubenssätzen, Deinem Selbstbild und zu Deinen ganz persönlichen Zielen zu finden.

Wer bist Du, wer möchtest Du werden und was möchtest Du in Deinem Leben erreichen? Traue Dich zu träumen, aber leite daraus erreichbare Zwischenziele (das Was) ab. Konzentriere Dich dann darauf, wie Du den nächsten Schritt erreichen willst. Die in diesem Artikel beschriebenen Grundregeln helfen Dir hoffentlich dabei.

Genieße Dein Studium und lass es einen wunderbaren Abschnitt in Deinem Leben werden, auf den Du später gerne zurückblickst. Denn auch der Weg ist das Ziel.

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